B11 Nachweis für Zwang aus Hydratation bei Wänden

B11 Nachweis für Zwang aus Hydratation bei Wänden

Beitragvon bert.ziems » Do 12. Jul 2012, 17:26

Der Nachweis wurde komplett neu gestaltet. Das bisher verwendete Verfahren nach DAfStb Heft 466 entsprach nicht mehr dem Stand der Technik (Mindestbewehrung gegen Stahlfließen in den Bereichen h1 und h3 ist nicht normenkonform).
Es wurde durch das Verfahren nach Lohmeyer, Ebeling „Weiße Wannen einfach und sicher“ ersetzt, dass u. a. eine differenziertere Ermittlung der Hydratationswärme ermöglicht und hinsichtlich der Ergebnisunterschiede bei verschiedenen l/h Verhältnissen plausibler erscheint. Hatte bisher der vom l/h Verhältnis abhängige Dehnungsverlauf nur Einfluss auf die Bereichsgrenzen h1, h2 und h3, so hat er beim Verfahren nach Lohmeyer direkten Einfluss auf die Zwangskraft und damit das Bemessungsergebnis, denn die Bemessung erfolgt nun nicht mehr für die Zwangskraft am Fußpunkt sondern bei h/4 mit einer entsprechenden Reduzierung entsprechend des Spannungsverlaufes über die Wandhöhe. Im Gegenzug wurden der Beiwert für den Verbund zwischen Bodenplatte und Wand auf kv=1.0 geändert und auf die Anrechnung des zeitigen Kriechens verzichtet, was zu einer Erhöhung der Zwangsspannungen am Fußpunkt führt.
Die Bereiche mit einer Mindestbewehrung h1 und h3 des alten Verfahrens entfallen, es wird in jedem Fall ein Rissbreitennachweis mit der Zwangskraft, die ggf. kleiner, aber nicht größer als die Rissschnittkraft ist, geführt. Dies entspricht der geforderten Herangehensweise nach DIN 1045-1 bzw. Eurocode.

Stichworte: Zwang, Hydratation, Wände, Rissbreite
Bert Ziems
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Re: B11 Nachweis für Zwang aus Hydratation bei Wänden

Beitragvon peter.fritz » Mo 1. Okt 2012, 10:43

Ich hatte jetzt in den Schulungen in Norddeutschland mehrere Kunden, die vor allem im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten, die dieses Problem auch moniert haben. Das neue Verfahren ist wohl deutlich ungünstiger als das alte. Da das alte Verfahren aber nicht durch die Norm gedeckt ist, halte ich es nicht für sinnvoll, dieses Verfahren wieder anzubieten. Das ist dann eigentlich kein Frilo- sondern ein Normproblem.
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